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Rede zum Antrag der FDP „Qualitätsoffensive für den MINT-Bereich“

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Rede zum Antrag der FDP „Qualitätsoffensive für den MINT-Bereich“
Lieber, Herr Lipsdorf, Sie kennen sicherlich die Geschichte vom Igel und dem Hasen. Es ist eine Geschichte, wo der Hase sich besonders toll findet, sich ganz doll aufplustert und dann einem Wettlauf mit dem Igel zustimmt.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Lieber, Herr Lipsdorf, Sie kennen sicherlich die Geschichte vom Igel und dem Hasen. Es ist eine Geschichte, wo der Hase sich besonders toll findet, sich ganz doll aufplustert und dann einem Wettlauf mit dem Igel zustimmt. Im Endeffekt verliert er, weil der Igel sagt: „Ick bin all hier!“ und im Prinzip überall schon ist, wo der Hase ankommt. So ähnlich, lieber Kollege Lipsdorf, ist das auch mit der FDP und ihrem Antrag zu MINT. Das Thema ist gut, das Thema ist wichtig, aber die Koalition ist bei diesem Thema schon längst da.

Ich will Ihnen kurz den Abschnitt vorlesen, der dazu im Koalitionsvertrag steht. Da heißt es: „Angesichts des absehbaren Fachkräftemangels müssen schon bei Kindern und insbesondere bei Mädchen Technikbegeisterung, Interesse für Naturwissenschaften und für technische Berufe geweckt werden. Solche Initiativen sollen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ausgebaut werden.

Naturwissenschaftliche und experimentelle Anteile im Primarbereich … und integrierter naturwissenschaftlicher Unterricht in der Sekundarstufe I sollen verstärkt werden.“ Meine Kollegin Melior ist schon auf die Kleine Anfrage eingegangen, die aus Ihrer Fraktion gestellt wurde. Ich will das nicht wiederholen, ich will nur kurz vorlesen, was es in dem Bereich in Brandenburg schon gibt. Da gibt es die MINT plus Charta in Schwarzheide, den Verein MINT-EC, da gibt es START, das Stipendienprogramm der Hertie-Stiftung. – Frau Blechinger, ich beantworte keine Zwischenfragen, danke. – Da gibt es das UNEXSchülerlabor der BTU, es gibt die Science-Akademie von der FH Lausitz, es gibt „MINT gewinnt“ von der TH Wildau, es gibt MINT Coaching von der FH Brandenburg. Also es gibt dazu jetzt schon ganz viele Bereiche, die hier in unserem Land stattfinden und die auch von der Landesregierung gefördert werden.

Zu Ihrem Antrag: Sie wollen, dass die Hochschulen stärker zur Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern verpflichtet werden. Sie wollen, dass Studierende in die Schulen geschickt werden, und Sie wollen, dass Hochschulen stärker mit den Schulen zusammenarbeiten. Nun sind Sie ja eigentlich, was die FDP angeht, eine Partei der Freiheit, zumindest nennen Sie sich immer so. Ihnen müsste das Thema Hochschulautonomie sehr nahe liegen. Ich bin ein Verfechter von Hochschulautonomie. Die Hochschulen können mit dem, was Sie hier fordern, nicht verpflichtet werden. Man kann sie dazu anregen, man kann sie bitten. Aber in der Art, wie Sie es hier vorschlagen und es umgesetzt werden soll, geht es mit der Hochschulautonomie leider nicht zusammen.

Sie wollen die Abbruchquote in den MINT-Studiengängen durch mehr Praxisbezug senken. Dabei muss man aber erst mal fragen, worin überhaupt die Ursachen dieser Abbruchquote liegen. Wir müssen analysieren, wo die Gründe dafür liegen, und wir müssen dann die Ursachen abstellen. Im dritten Schritt kann man dann überlegen, ob man den Praxisbezug in diesen Fächern verstärkt. Sie wollen die Didaktik bei den MINT-Fächern in der Lehrerausbildung stärken. Herr Lipsdorf, als Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses müssten Sie wissen, dass wir an einer Änderung des Lehrerbildungsgesetzes arbeiten. Das ist in Arbeit, und diese Bestandteile werden enthalten sein. Insofern ist Ihr Forderungskatalog auch in diesem Bereich unsinnig.

Sie wollen, dass die Schulen stärker mit der Wirtschaft kooperieren. Das erfolgt bereits in vielfältigen Initiativen im Lande. In meiner Region Fürstenwalde übernimmt dies der Verein „Kita-Schule- Wirtschaft“. Ein letzter Punkt, Herr Lipsdorf. Die Terminsetzung, im IV. Quartal einen Bericht vorzulegen, ist aus meiner Sicht mehr als unseriös.

Es ist ein bunter Blumenstrauß an Maßnahmen, die allerdings leider verdorrt sind. Insofern werden wir diesen Antrag ablehnen. –

Danke schön.