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Gutachter bekämpfen Brandenburger Agrarstruktur und gefährden ökonomische Erfolge!

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Gutachter bekämpfen Brandenburger Agrarstruktur und gefährden ökonomische Erfolge!
Im Zusammenhang mit der heutigen Sitzung der Enquete-Kommission zum Thema Landwirtschaft erklären die Kommissionsmitglieder der LINKEN, Kornelia Wehlan und Peer Jürgens:
Gutachter bekämpfen Brandenburger Agrarstruktur und gefährden ökonomische Erfolge!

Das heute in der Enquete-Kommission diskutierte Klüter/Bastian- Gutachten zur Entwicklung der Brandenburger Landwirtschaft ist leider ideologisch geprägt und versucht mit Akribie, die großbetriebliche Agrarstruktur in Brandenburg zu delegitimieren.

“Die Forderung nach einer Veränderung der EU-Förderpraxis im Agrarbereich ist sogar unverantwortlich und würde sich zum großen Nachteil der Brandenburger Landwirtschaft auswirken“, betont Kornelia Wehlan.“ Viele statistische Daten werden von den Gutachtern sehr selektiv ausgewählt und in wichtigen Punkten sogar falsch dargestellt. Zum Beispiel entsprechen die unterstellten ostdeutschen Niedriglöhne im Agrarsektor im Vergleich zu Westdeutschland nicht der Realität. Vergleicht man die Löhne im produzierenden Gewerbe mit den Agrarlöhnen in Brandenburg, sind diese im Verhältnis sogar höher als im Westen der Bundesrepublik.“

Auch scheinen den Gutachtern die negativen Auswirkungen der sprichwörtlichen Brandenburger „Streusandbüchse“ auf die Flächenproduktivität in der Landwirtschaft nicht bekannt zu sein. Die schlechteren Böden und die deutlich geringeren Niederschlagsmengen müssen aber bei einem fairen Produktivitätsvergleich mit Westdeutschland unbedingt berücksichtigt werden.

Trotz schwierigerer naturräumlicher Bedingungen in Brandenburg ist die Bruttowertschöpfung in den letzten 20 Jahren immerhin um 31 % gestiegen. Die nachholende Modernisierung der Brandenburger Landwirtschaft seit 1990 kann damit auch Erfolge vorweisen.

In diesem Zusammenhang unterstreicht Peer Jürgens: „Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume muss man sich aber auch fragen, ob eine deutlich höhere Flächenproduktivität wie in Nordrhein- Westfalen ein erstrebenswertes Ziel ist. Denn diese Produktivität wird auch erkauft mit einem mehr als doppelt so hohen Pestizid- und Düngemitteleinsatz pro Hektar und einer stark überhöhten Großviehdichte, mit allen negativen Folgen für unsere natürliche Umwelt.“