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Gut gerüstete Hochschulen?

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Die Süddeutsche Zeitung und der NDR haben in einer gemeinsamen Recherche herausgefunden, dass das US-Verteidigungsministerium seit 2000 deutsche Universitäten für Forschungsprojekte mit über 10 Millionen Euro unterstützt hat. Auch die Uni Potsdam und die Europauni Viadrina haben Geld für Projekte erhalten. Geforscht wurde dabei für besseren Sprengstoff, aerodynamischeren Metallen, Drohnen-Objektiven etc. Solche Forschung hat einen klar definierten militärischen Hintergrund – sowohl seitens des Auftragsgebers als auch seitens des künftigen Einsatzes. Kooperationen bestehen aber auch zwischen Bundeswehr und Hochschulen in Brandenburg (siehe Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zu dem Thema).

Eine solche Forschung darf an Hochschulen nicht stattfinden. Wissenschaft und Forschung – gerade in Deutschland – müssen zivilen, friedlichen Zwecken dienen. Daher ist eine Klarstellung zu den Aufgaben der Hochschulen im Hochschulgesetz dringend nötig. Eine Zivilklausel, wie an einigen Hochschulen bereits praktiziert, sollte hier noch einmal Klarheit schaffen. Gleichzeitig geht aber die Erwartung an die Hochschulen, dass sie selbst kritisch auf solche Forschungsanträge schauen. Hier könnte z.B. eine interne Ethikkommission eine Empfehlung zu Annahme abgeben – nicht nur bei Rüstungsforschung, sondern auch bei Forschung an Tieren und Menschen. Hochschulen haben eine große Verantwortung für die Entwicklung der Gesellschaft und daher verbieten sich Aktivitäten, die einer friedlichen, die natürlichen Lebensgrundlagen gefährdenden Gesellschaft entgegenstehen.

 

Antwort zur Anfrage „Bundeswehr und Hochschulen“