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Ausstellung „Aktenkundig: Jude“ in Beeskow eröffnet

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Ausstellung „Aktenkundig: Jude“ in Beeskow eröffnet

Während der NS-Herrschaft gab es vor der Shoa verschiedene Stufen der Judenverfolgung. Eine davon war die Enteignung jüdischer Menschen, die nicht nur äußerst planmäßig, sondern auch höchst bürokratisch ablief. Wie genau diese Enteignung stattfand und wie die deutschen NS-Behörden involviert waren in diesen Vorgang, darüber berichtet sehr anschaulich eine Wanderausstellung, die seit heute auf der Burg Beeskow zu sehen ist. Der Landtagsabgeordnete Peer Jürgens war bei der Eröffnung dabei und konnte auch mit der Kuratorin, Frau Dr. Nakath, sprechen. Die Ausstellung wurde vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv gemeinsam mit dem dem Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg in Auftrag gegeben. Auch das in Beeskow beheimatete Landesamt für die Regelung offener Vermögensfragen war daran beteiligt. Daher war Peer Jürgens über diese Ausstellung, die im Rahmen der Woche der Erinnerung gezeigt wird, sehr dankbar.

Die Ausstellung macht deutlich, dass die Verbrechen in der nationalsozialistischen Diktatur nicht als abgeschlossenes geschichtliches Thema betrachtet werden können, sondern auch heute noch eine andauernde geschichtspolitische Herausforderung sind. So schlägt die Präsentation einen direkten Bogen von der NS-Vergangenheit zu den Anstrengungen der gegenwärtigen demokratischen Gesellschaft, das Schicksal von Opfern des Holocaust in Brandenburg aufzuklären, ihnen oder ihren Erben zur Durchsetzung von Entschädigungs- bzw. Restitutionsansprüchen zu verhelfen und mit historisch-politischer Bildungsarbeit die Erinnerung an die beispiellosen Menschenrechtsverletzungen wach zu halten.

Bei der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Brandenburg spielte der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg eine besondere Rolle. Diese Finanzbehörde beschäftigte sich ursprünglich zu einem wesentlichen Teil mit der Beaufsichtigung des allgemeinen Devisenverkehrs, sie erhielt aber in der Zeit der NS-Diktatur eine Reihe von Sonderaufgaben, die insbesondere mit der Verfolgung jüdischer Bürger zusammenhingen.
Alle Juden, die emigrieren mussten bzw. deportiert wurden, erfasste der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg akribisch und bürokratisch in Akten.