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Für eine öffentliche Toilette im Nordpark

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Der Nordpark ist nicht nur eine (kleine) grüne Lunge in Magdeburg, er ist auch ein Naherholungsgebiet, welches vielfältig von den Bewohner*innen in Alte Neustadt genutzt wird. Gerade in den Sommermonaten nutzen dutzende Menschen die Wiesen zum Grillen, Spielen und Erholen. Angesichts der hohen Anzahl an Nutzer*innen des Parks wäre es sinnvoll, wenn es hier eine öffentliche Toilette gibt.

Dieses Anliegen hat schon mehrfach den Stadtrat Magdeburg beschäftigt, zuletzt durch einen Antrag der CDU/FDP-Fraktion aus dem Juni 2019, aber z.B. auch durch einen Antrag der SPD-Fraktion aus dem November 2016. So sinnvoll und so einhellig die Forderung ist – die Stadtverwaltung hat sich bisher immer dagegen ausgesprochen. Der Grund dafür ist der Denkmalschutz, denn der Nordpark – 1827 von Peter Josef Lenné als Friedhof angelegt – ist als Gesamtheit ein Baudenkmal.

Nun sind Denkmäler grundsätzlich schützenswert und es gilt, lieber einmal zu viel zu schützen als ein Denkmal zu verlieren oder zu verschandeln. Aber bei einem derart großen Baudenkmal wie dem Nordpark und bei seinem enormen Bedeutung für die Stadtbevölkerung muss das öffentliche Interesse einen höheren Stellenwert erhalten. Dem widerspricht auch nicht das Denkmalschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, dessen §10 einen Eingriff in das Denkmal erlaubt, wenn es in öffentlichem Interesse liegt.

Hier gilt es zweierlei zu bedenken: Erstens geht es nicht um ein mehrstöckiges Haus oder einen hohen Turm oder einen ähnlichen drastischen Eingriff in das Erscheinungsbild des Parks – sondern um ein Toilettenhäuschen, welches sich durch geeignete Planung sogar wunderbar in den Park eingliedern kann. Und zweitens ist der Sinn des Parks gerade, als Grünfläche für die Anwohner*innen da zu sein. Daher ist die Möglichkeit einer öffentlichen Toilette von enormem öffentlichen Interesse, die einen Eingriff in das Baudenkmal rechtfertigen würden.

Laut Volksstimme hat nun die Stadtverwaltung das Anliegen der CDU/FDP-Fraktion auch mit der Begründung abgelehnt, dass es ja mit der OvGU eine Vereinbarung gäbe, dass am Hohestaufenring an der Uni zwei mobile Toilette aufgestellt werden. Tatsächlich gibt es diese Toiletten – die erwähnte Ausschilderung allerdings nicht. Mal abgesehen davon, dass zwischen Park und Toilette eine recht viel befahrene Straße liegt. Aber ob das eine adäquate Lösung ist, sei mal dahingestellt. Besser wäre eine festinstallierte öffentliche Toilette im Park. Zumindest wird es ein Anliegen der GWA für die nächsten Beratungen sein.

 

NACHTRAG:

Auf dem Gelände des Nordparks steht dieses – nicht sehr attraktive – Bauwerk:

Jetzt könnte man sagen: steht ja ganz am Rand des Parks – nun, ein Toilettenhäuschen sollte sicherlich nicht mitten auf einer Wiese zentral im Park, sondern eben auch dort am Rand stehen. Auch das öffentliche Interesse eines solchen Mülltonnen-Platzes ist sicherlich bestenfalls so hoch wie das an einer öffentlichen Toilette. Es scheint also doch eine Bebauung im denkmalgeschützten Park möglich zu sein.

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